Fr.
13.09.
Beginn: 20h
Keele



Eintritt: 12 €  Location: Halle

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Hamburg, im Juni 2019–Wie das so ist mit zweiten Alben einer nicht mehr ganz jungen, aber auch nicht so alten Band, sucht man gerne nach Formulierungen für die Presseverwertung getreu dem Motto „schneller, höher, stärker“. Sparen wir uns das und halten Folgendes fest: Wer das Keele Debüt „Gut und dir“ nicht mochte, wird „Kalte Wände“ wahrscheinlich nicht allzu viel abgewinnen können. Wem das erste Album der Hamburger gefallen hat, der wird das zweite sicher noch mehr mögen.

 

Am 23. August 2019 erscheint „Kalte Wände“ auf Rookie Records; ein Album, das sich als kalendarischer Rückblick 2018 verstehen lässt und aus den schwierigen Erfahrungen entstanden ist, die die fünf Freunde selbst gemacht oder im nahen Umfeld miterlebt haben. Keele sprechen von „Therapiestunde für die Backpfeifen, die das Jahr verteilt hat“ und die in elf Songs Niederschlag finden. Zum Glück gab es auch gute Momente, aber es sind immer die anderen, die Keele an Songs arbeiten lassen. Die Themen sind nicht ganz andere als 2016: paralysierende Verlustängste („Schwarze Decken"), zerstörerische Spielsucht („Der Weg in den Ruin“), berufsbedingte Identitätskrisen („Grenzbereich“), doch der Tenor der Fragen hat sich verändert. Und der Sound, in den sie verpackt wurden, ist vielseitiger geworden. War „Gut und dir“ vor allem von Getriebenheit bestimmt, finden sich auf „Kalte Wände“ Momente des Innehaltens, vielleicht so etwas wie die Entdeckung der Langsamkeit.

 

Den Impuls für den Albumtitel liefert ein Song, der sich schon früh als einer der bandinternen Lieblinge herauskristallisierte. „Ein Blick voller Erwartung, vorbei an Bergen aus Geschirr /Doch kalte Wände schweigen dich an“, heißt es in der namensgebenden Zeile. Für die Band steht der Song in dieser Atmosphäre der sozialen Isolation stellvertretend für die Stimmung der gesamten Platte und bekam deswegen die Doppelfunktion als Opener und Titelgeber.

 

Die erste Video-Single „Nullpunkt“ erscheint am 27. Juni 2019. Ein Song über Vorsätze, die zum Scheitern verurteilt sind und die eigenen Unzulänglichkeiten, Selbstbeschiss inklusive. Oder wie Keele selbst erzählen: „Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Und mittendrin steht ein kurzer Moment, der versucht, eine Grenze zu ziehen –zwischen alt und neu, zwischen falsch und erstrebenswert, zwischen Saufgelage und Fitnessstudio. Heute werden die großen Stories geschwungen, doch am Ende bleibt nur der Schall des D-Böllers und eine mordsnervige Rauchwolke. Niemand im Hause Keele mag Silvester. Nullpunkt ist ein Song darüber.“

 

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